Heizölbedarf sank fast um die Hälfte
Heizungserneuerungen bringen hohe Energieeinsparung. Nach Installation einer Öl-Brennwert-Solarheizung reduzierte sich der Heizölbedarf in einem Zweifamilienhaus im bayerischen Neusäß um beinahe die Hälfte.
Einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen können den Energieverbrauch im Gebäudebestand erheblich reduzieren. Wie effektiv beispielsweise der Austausch einer alten Heizung gegen ein modernes Öl-Brennwertgerät mit der Einbindung von Solarthermie ist, zeigt sich in einem Zweifamilien haus im bayerischen Neusäß. Nach der Heizungserneuerung sank der jährliche Heizölbedarf fast um die Hälfte: von ehemals 28 auf 15 Liter pro Quadratmeter. Der Primärenergiebedarf, maßgeblicher Wert für die energetische Bewertung von Gebäuden, reduzierte sich um 48 Prozent. Er liegt nun bei 167 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Ölreserven und Reichweite
Erdöl wird auch in den nächsten Jahrzehnten ausreichend zur Verfügung stehen. Dafür sprechen global bestätigte Erdölreserven auf Rekordniveau. In ihrer jüngsten Bestandsaufahme weist die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) 228 Milliarden Tonnen als bestätigte Ölreserven aus. Hinzu kommen weitere 410 Milliarden Tonnen als Ressourcen. Die Daten der BGR beziehen sich auf den Stand zum Jahresanfang 2010. Seitdem haben sich die Reserven durch Neufunde und Neuerschließungen weiter erhöht.
IWO-Pressedienst Nr. 178, September 2011
Heizungssanierung ist effektivste Einzelmaßnahme
Die Modernisierung einer veralteten Heizung bietet im Vergleich zu anderen energetischen Sanierungsmaßnahmen ein besonders günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis. Mit einer überschaubaren Investitionssumme wird der höchste Anteil an Primärenergieeinsparung erzielt – durchschnittlich 35 Prozent beispielsweise beim Einsatz von Öl-Brennwerttechnik mit einer Solarwärmeanlage. Dies ergibt eine Auswertung des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO). Sie basiert auf energetischen Gebäudesanierungen,
die im Rahmen des Modernisierungswettbewerbs „Aktion Energie-Gewinner“ realisiert wurden.
Selbstverpflichtung der Mineralölwirtschaft zum Klimaschutz (Dezember 2010/ Quelle: IWO e.V.)
Mit 87,2 Prozent hat der durchschnittliche Jahresnutzungsgrad aller Ölheizungen in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Dieser Wert geht aus der jüngsten Auswertung zur Klimaschutzerklärung der deutschen Mineralölwirtschaft für den Wärmemarkt hervor. Der Jahresnutzungsgrad ist die anerkannte Bewertungsgröße für die Effizienz eines Wärmeerzeugers.
Einmal jährlich sollte die Heizung vom Fachhandwerker gecheckt werden (Dezember 2010/ Quelle: IWO e.V.)
Eine gut gewartete Ölheizung spart Energie und beugt Betriebsstörungen vor. Wird sie hingegen über längere Zeit in der Pflege vernachlässigt, kann sie bis zu zehn Prozent mehr Energie verbrauchen als nötig. Deshalb sollte eine Heizung einmal im Jahr vom Fachhandwerker gewartet werden. So können Störungen an kalten Wintertagen weitgehend ausgeschlossen werden. Zugleich wird durch regelmäßige Wartung eine gleichmäßige Verbrennung und so eine bessere Energieausnutzung erreicht. Das reduziert die Verbrauchskosten und gewährleistet konstant niedrige Emissionen.